Vorsicht in der Höhe mit Kindern


Gesundes Bergwandern
Vorsicht in der Höhe mit Kindern
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Wandern in den Bergen ist bei vielen Familien beliebt. Doch ab 2500 m warten neben der intensiven Sonneneinstrahlung auch andere Herausforderungen auf den Körper. Vor allem vor der Höhenkrankheit muss man Kinder schützen.

Langsam aufsteigen

Wer mit Kindern in die Berge reist, muss Höhenrisiken beachten. Damit sich der Körper an die Höhe gewöhnen kann, muss der Aufstieg beim Bergwandern langsam und spielerisch erfolgen. Ab etwa 2000 m sollte die Höhe schrittweise (bis zu 300 m/Tag) erreicht werden, da der Körper Zeit braucht, sich an den Sauerstoffmangel zu gewöhnen. Entscheidend ist, nicht zu schnell aufzusteigen und genügend Ruhe einzuplanen.

Die erste Schlafhöhe sollte generell unter 2500 m liegen. Danach gilt für Erwachsene ein Anstieg der Schlafhöhe von maximal 300–600 m pro Nacht. Zusätzlich wird nach jeweils ca. 1000 Höhenmetern ein Ruhetag empfohlen. Tagsüber können höhere Gipfel möglich sein, aber die Nacht sollte tiefer verbracht werden. Kritisch sind vor allem die ersten zwei Tage in großer Höhe.

Bei Kindern aus dem Flachland gelten strengere Regeln: Vorschulkinder sollten sich in Höhen über 3000–4000m nicht aufhalten. Bis zu dieser Höhe sollte ab 2000 m täglich nicht mehr als 300 Höhenmetern erklommen werden. Säuglinge schlafen möglichst unter 1600 m. Generell gilt: je jünger das Kind, desto vorsichtiger die Höhenexposition.

Bei geringstem Verdacht absteigen

Wichtig ist auch die Beobachtung, da Symptome der Höhenkrankheit oft verzögert auftreten. Für Erwachsene sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel typisch. Kinder können ihre Beschwerden nicht immer gut äußern, weshalb Eltern ihre Kinder regelmäßig befragen und genau beobachten sollten. Hinweise sind

  • ·        Unruhe,
  • Quengeln,
  • ungewöhnliche Müdigkeit oder
  • auffällige Teilnahmslosigkeit.

Bei Verdacht auf eine akute Höhenkrankheit gilt der sofortige Abstieg alsdie wichtigste Maßnahme. Zusätzlich kann man den Oberkörper hoch lagern und, falls vorhanden, Sauerstoff geben. Schwere Verläufe wie das Höhenlungenödem oder das Höhenhirnödem sind lebensbedrohlich und erfordern schnelle ärztliche Hilfe.

Es sollte vorher geprüft werden, ob eine Notfallversorgung, z. B. eine Überdruckkammer, erreichbar ist. Medikamente zur Vorbeugung (z. B. Acetazolamid, Dexamethason oder Nifedipin) sind für Kinder nicht zugelassen und nur in Ausnahmefällen ärztlich zu erwägen. Von Reisen in abgelegene, medizinisch schlecht versorgte Regionen wird mit Kindern gänzlich abgeraten.

Nur gesund in die Berge!

Wichtig: Kinder sollten nur gesund in die Höhe gebracht werden. Selbst einfache Infekte wie Schnupfen können sich als problematisch erweisen. Bei kranken Kindern ist auch der Auf- oder Abstieg mit der Seilbahn oder dem Auto verboten, da die schnellen Druckveränderungen Risiken erhöhen. Besondere Vorsicht gilt bei chronischen Erkrankungen wie Herzfehlern, Lungenhochdruck, Mukoviszidose, Sichelzellanämie oder Down-Syndrom, da hier die Belastung in der Höhe deutlich erhöht sein kann.

Quelle: Ärztezeitung

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