Finger weg von Plattfüßen!


Anatomische Variante
Finger weg von Plattfüßen!
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Plattfüße müssen behandelt werden, sonst drohen üble Folgen - das ist seit jeher das Credo in der Orthopädie. Doch amerikanische Sportmediziner*innen fordern jetzt ein Umdenken beim Thema Plattfuß.

Mit Einlagen und orthopädischem Schuhwerk traktiert

Jahrzehntelang war der Plattfuß im Visier der Orthopäd*innen. Man vermutete, dass durch das fehlende Fußgewölbe die Biomechanik beim Stehen und Gehen gestört wird. Das wiederum sollte nicht nur zu Schmerzen an Knien oder Unterschenkel führen. Ebenso sollte durch die plattfußbedingt gestörte Biomechanik die Gefahr für Verletzungen steigen, und zwar sowohl im Sport als auch im Alltag. Deshalb galt eins als klar: Auch ein Plattfuß ohne jegliche Beschwerden gehört behandelt. Vor allem kamen dabei Einlagen oder orthopädisches Schuhwerk zum Einsatz, in manchen Fällen griff man sogar zum Skalpell.

Gesunde anatomische Variante

Amerikanische Sportmediziner*innen sehen das anders. Jüngste Untersuchungen haben nämlich ergeben, dass es zwischen den oben genannten Schmerzsyndromen und den Plattfüßen keinen entscheidenden Zusammenhang gibt. Auch für eine erhöhte Verletzungsgefahr durch Plattfüße konnten keine Belege gefunden werden. Angeborene beschwerdefreie Plattfüße sind deshalb in der Regel keine Deformität, die man ärztlich behandeln muss, bekräftigen die Sportmediziner*innen. Stattdessen sollte man sie als gesunde anatomische Variante verstehen.

Ausnahme: erworbene Plattfüße

Entwickelt sich derPlattfuß jedoch erst im Lauf des Lebens, machen eine Diagnostik und eventuell Behandlung Sinn. Denn dahinter kann die Dysfunktion derjenigen Sehne stecken, die das Längsgewölbe aufrecht hält. Das führt auf Dauer zu Schmerzen und Problemen beim Gehen. Behandelt wird in diesen Fällen je nach Ursache und Ausmaß der Sehnenschwäche mit Physiotherapie oder einer Operation.

Quelle: British Journal of Sports Medicine

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