Lungenerkrankungen durch Asbest


Stoff bleibt Jahrzehnte in der Lunge
Lungenerkrankungen durch Asbest

Gesundheitsschädliche Asbestfasern sind auch nach fast 40 Jahren noch in gleicher Menge in der Lunge nachweisbar. Zu dem Schluss kommt eine Langzeitstudie Bochumer Forscher.

„Asbestos“ bedeutet auf Altgriechisch „unvergänglich“. Während diese Eigenschaft des faserigen Materials in der Bauindustrie hochgeschätzt wird, stellt sie für Menschen ein großes Gesundheitsproblem dar. Denn Asbest kann sich in der Lunge festsetzen und wird dort auch über Jahrzehnte nicht abgebaut. Das hat eine Auswertung von über Jahrzehnten gesammelten Daten nun endgültig bestätigt.

Langzeitstudie ist in dieser Form einzigartig

„Das Besondere an unserem Datensatz ist, dass viele Jahre nach dem Ende des Asbestkontaktes bei ein- und demselben Menschen mit einer asbestbedingten Lungenerkrankung im Abstand von 4 bis 21 Jahren mehrfach die Asbestkonzentration im Lungengewebe bestimmt wurde“, erklärt Inke Feder von der Ruhr-Universität Bochum. „Die Asbestkonzentration in der Lunge blieb über diesen langen Zeitraum von fast 40 Jahren stabil und somit nachweisbar.“

Noch nach Jahrzehnten drohen schwere Erkrankungen

Feine Fasern wie die des Asbests können beim Eindringen in die Lunge nicht einfach ausgehustet werden, da sie tief in die Lungenbläschen vordringen. Dies kann zur Asbestose führen, einer Form der Staublungenkrankheit. Noch Jahrzehnte nach dem ersten Kontakt drohen Langzeitfolgen wie Lungenfibrose oder Lungenkrebs. Asbest darf daher seit 1993 in Deutschland und seit 2005 in der EU nicht mehr verwendet werden.

Durch Langzeitnachweis spezifischere Therapien möglich

Durch den Nachweis von Asbestfasern nach Jahrzehnten lassen sich entsprechend verursachte Erkrankungen bald womöglich spezifischer behandeln. „Im Röntgenbild sind nicht asbestbedingte Lungenfibrosen von einer Asbestose kaum zu unterscheiden“, erklärt der Arbeitsmediziner Dr. Rolf Merget. „Daher ist es von zentraler Bedeutung, dass Asbestfasern im Lungengewebe nach so langer Zeit noch nachweisbar sind.“ Zudem hilft der Nachweis bei der Risikobewertung durch Asbestexposition am Arbeitsplatz – Erkrankte könnten hierdurch eher auf eine Entschädigung hoffen.

Quelle: Ruhr-Universität Bochum

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